Bruno Hirt


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Tunesien 2010

Motorrad

Tunesientour 1. Mai 15. Mai 2010
Einmal mehr hat die Wüste gerufen - und ich bin dem Ruf gefolgt. Diesmal zusammen mit Roland Thür, welcher sich extra dasselbe Motorrad wie ich gekauft hat.
Im Herbst 2009 musste sich Roland während einer Schottertour auf der berühmten französisch-italienischen Grenzkammstrasse bewähren. Diese Bewährungsprobe hatte er bestens bestanden.Im Frühling wurden die Motorräder dann wüstentauglich gemacht. Eigentlich gab es gar nicht soviel zu tun. Motorschutz und die groben Stollen mit Crossschläuchen montieren - fertig.
Nicht so ganz..... So einiges störte mich an meiner "neuen" XT660R.
- die Auspuffrohre welche beim Original unter dem Motor durchführen und so wertvolle Bodenfreiheitszentimeter rauben
- keine Reifenstopper
- keine Werkzeugbox an günstigem Ort
- zu hohes Gewicht (195kg) - zum Vergleich: Die alte XT brachte nur 140kg auf die Waage!
So montierte ich eine Zwei- in Eins-Anlage, welche seitwärts am Motor vorbeiführte und gleichzeitig eine Gewichtsersparnis von rund 14 kg und ein paar PS mehr Leistung brachte. Den kernigen Sound der neuen Anlage nahm man gerne in Kauf....!
Am Hinterrad wurde ein Pneustopper montiert, so dass im Notfall die Luft auf ein halbes Bar gesenkt werden kann.
Durch die Montage der neuen Auspuffanlage gab es plötzlich ungenutzten Platz auf der linken Seite. So bastelte ich eine Auspuffattrappe aus Alu. In dieser konnte ich nun die langen Pneueisen und Pneureparaturmaterial und einen Ersatzschlauch verstauen. Zudem war die Symetrie des Motorrades wieder hergestellt (siehe nachfolgende Bilder).
Um das schwerere Werkzeug unterzubringen bastelte ich eine Werkzeugbox, welche schwrpunktgünstig am Motorschutz befestigte wurde.Zu allem Ueberfluss erhielt das Motorrad noch eine Stahlflexbremsleitung und griffigere Bremsbeläge.

So gerüstet konnte das Abenteuer beginnen! Von Ostermundigen führte unsere Tour nach Genua. Mit dem Schiff nach Tunis und von Tunis aus nach Douz, wo wir unser Basislager auf dem Camping Desertclub errichteten.
Von dort aus unternahmen wir dann die verschiedensten Touren. Nachfolgend zwei ausgewählte Touren mit ein paar Bildern.

Diese Tour hatte es in sich! Schon kurz nach Beginn (beim Dorf El Hsay) machten sich kräftige Winde bemerkbar. Ab dem Brunnen "Bir El Hadj Brahim" baute sich ein kleiner Sandsturm zusammen.
Angekommen im Café du Parc warnte mann uns vor einer Weiterfahrt.
Der Chef des Zeltplatzes Desertclub (Douz) persönlich erkundigte sich telefonisch ob wir im Café angekommen seien. Telefonieren ging nur in einer Ecke des Cafés, dazu muss man etwas erhöht auf einem Schemel stehen....
Trotzdem wollten wir weiter - wir waren gut in der Zeit und die Navigation klappt ganz gut.
Zeitweise ist die Sicht sehr erschwert und es ist nicht immer klar wo die Piste durchführt. Da ich über keinen Track sondern nur über Routenpunkte verfüge, braucht es viel Intuition um den richtigen Pfad zu finden. Nur einmal kamen wir abseits in einen unüberwindbaren Dünengürtel - nach GPS hätte die Piste durch dieses Feld führen sollen. So umfuhren wir das Feld und fanden dann auch wieder auf den richtigen Pfad zurück.
Einmal musst ich eine kleine Reparatur durchführen. Die Halterung des Bremsflüssigkeitsgefässes der Hinterbremse war gebrochen. Kabelbinder sei dank, konnte das Gefäss wieder montiert werden.
So ziemlich abgekämpft kamen wir dann in Ksar Ghilane an und stürzten uns nach einem kühlen Bier und Stümpli in den wohltemperierten Tümpel...

Chotttour (unterm Chott el Djerid durch) Douz nach Tozeur (rot markiert)Tozeur über Tamerza nach Douz zurück (gelb) Uebernachten im Freien in der Nähe von Tamerza
Bevor wir diese erste Tour unternahmen, gewöhnten wir uns im nahgelegenen Dünenfeld von Douz an den Sand.
Erst nachher starteten wir zur Tour welche uns auch schon durch ein paar Dünenfelder führte. Ansonsten bestand die Piste jedoch eher aus Schotter.
Nach einem kurzen Mittagshalt in Tozeur fuhren wir noch am selben Tag nach Tamerza hoch (sehr touristisch!). Von dort flüchteten wir zu einem kleinen Tafelberg an dess Fuss wir übernachteten und eine schöne Begegnung mit einheimischen Bauern hatten.
Zurück fuhren wir dann über den Damm des Salzsees (Chott el Djerid).

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